Önder Balkaya

Folgender Brief lag heute ohne Absender in meinem Briefkasten

Zitat aus dem anonymen Schreiben des SPD-Mitglieds:

„Mit Interesse habe ich vor kurzem Ihren „Bürgerantrag“ bezüglich einer „Traglufthalle“ in der Presse gelesen. In welchem Paradies leben Sie?

Die Kassen der Stadt sind leer – Leichlingen hat hohe Schulden. Wir haben eine große Katastrophe hinter uns, die uns sehr viel Geld kosten wird. Ein paar hunderttausend Euro wird solch eine Halle sicherlich kosten. Der Zeitplan für Bau und Sanierung der neuen Bäder steht fest. Wissen Sie eigentlich, was neue Planungen kosten? Auch Anwohner könnten klagen. Sie hätten sich besser vorher informieren sollen.“

Weiteres Zitat aus dem anonymen Schreiben des SPD-Mitglieds:
„Mehrere meiner SPD Genossen haben mir gesagt, dass Sie ein Fremdkörper in unserer Partei sind und man Sie für keinen einzigen Ausschuss gemeldet hat!“

Hier meine Antwort darauf:

Liebes anonymes SPD-Mitglied,

ich hätte mich sehr gefreut, wenn Sie Ihr Schreiben mit Ihrem Namen versehen hätten, so wie sich das für einen Brief gehört.

Es freut mich, dass Sie von meinem Antrag zur Traglufthalle gehört haben. Hätten Sie sich richtig informiert, würden Sie jedoch wissen, dass ich mehrere Fördertöpfe, die angezapft werden können, genannt habe. Für Erftstadt wurde beispielsweise im Jahr 2020 über das Förderprogramm vom Land und Bund „Investitionspakt für Sportstätten“ 100 % der Kosten übernommen.

Ganzjährige Nutzung des Schwimmbeckens im Leichlinger Freizeitbad durch eine entsprechende Umbauung.

Die Kosten hierfür sind verglichen mit Projekten wie dem „Alten Rathaus“, das, ohne jegliche Fördergelder anzuzapfen und weiterführenden Konzept für eine Millionen EUR gekauft wurde. Für die komplette Sanierung sind bis 2022 nach jetzigem Stand weitere 1,4 Millionen vorgesehen.

Nun steht fest, dass das alte Hallenbad nicht mehr in Betrieb genommen werden kann. An dieser Stelle wäre es wichtig gewesen, den Schwimmunterricht trotz Ausfalls des Hallenbades zu organisieren. Das Forum des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport, das für die Schulen zuständig ist, fällt leider zum zweiten Mal aus. Zu diesem Termin hätten eigentlich die Schulleiter gemeinsam mit den Politikern aller Parteien, mit der Stadtverwaltung, dem Sportbund der Stand sowie dem Integrationsrat an einem Tisch gesessen und zusammen eine tragbare Lösung erarbeitet.

Demnach hat die letzte Sitzung am 15.03.2021 stattgefunden. Seitdem wurden derartige Themen in einem solchen öffentlichen Rahmen nicht mehr diskutiert bzw. besprochen.

Warum auch, es ist nur ein Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport und seit dem 15.03.2021 hat sich nichts im Bereich Kultur, Schule und Sportbetrieb verändert (Defekt im Hallenbad, Corona 4. Welle, Homeschooling, Flutkatastrophe, uvm.).

Wo bleiben hier die Pressemeldungen der Parteien? Zum Thema Alte Post in Witzhelden gab es ein Riesengeschrei, aber hier geht es nur um unsere Kinder.

Für die Kommunalwahl 2020 bin ich als Direktkandidaten für Witzhelden (Wahlkreis 15) gewählt worden.

Von der SPD bin ich 2020 in folgenden Ausschüssen als sachkundiger Bürger gewählt worden:
– Ausschuss für Klimaneutralität, Umwelt und Zukunftsfragen (KUZ)
– Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport (BKS)
– Trägervertreter für die städtische Kindertagesstätten

Seit dem 26.02.2021 bin ich auf eigenem Wunsch nicht mehr in der SPD-Fraktion aktiv.

Den Trägervertreter für die städtische Kindertagesstätten vertrete ich weiterhin gerne für meine SPD.

Nicht mehr in der SPD-Fraktion aktiv

So stehe ich trotz Rücktritt vom 26.02.2021 immer noch im KUZ als Ausschussmitglied, nur weil die SPD bisher keinen neuen sachkundigen Bürger entsandt hat.

Den Bürgerantrag habe ich, wie von Ihnen richtig angegeben, als Privatperson gestellt und nicht als Parteimitglied der SPD. Glücklicherweise gibt es in meiner SPD nur ein paar wenige SPD-Mitglieder, die genauso wie Sie andere Prioritäten haben und mich daher als Fremdkörper wahrnehmen.

Ja, man mag mich als Fremdkörper in der SPD bezeichnen, da mir die Leichlinger Kinder und Familien, Gleichberechtigung und Gerechtigkeit am Herzen liegen und ich dafür auch bereit bin, mich über die SPD hinaus für die Betroffenen stark zu machen.

Doch mein Standpunkt ist ganz klar: Wir benötigen wesentlich mehr Kindergarten und OGS Plätze, Spielplätze, festverbaute Luftfilteranlagen in den Schulen, Schwimmkurse und vieles mehr. All diese Anschaffungen und Investitionen kosten Geld.

Persönlich würde ich mich als jemanden beschreiben, der nicht nur die Probleme benennt, sondern auch konkrete Lösungen vorschlägt.

So hatte ich (um nur ein Beispiel zu nennen), meiner Zeit voraus, Anfang 2017 im Jugendhilfeausschuss vorgeschlagen, für eine Übergangszeit Container aufzustellen, um dem Kindergarten- und OGS-Mangel entgegenzuwirken. Damals wurde diese Idee belächelt. Heute, im Jahr 2021, ist mein Vorschlag die Lösung für unsere Probleme. Leider scheint es sich dabei um eine Dauerlösung zu handeln.

Lösungsvorschläge: 42 Kinder bekommen keinen OGS-Platz

Auf persönliche Beleidigungen aus Ihrem Brief werde ich nicht weitereingehen und bitte Sie hiermit höflichst, meine Privatsphäre zu respektieren.

Hochachtungsvoll,

Ihr Önder Balkaya

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.